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Landeskatastrophenschutzübung "AKUT 2016"

900 Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes Sachsen übten am 29. Oktober 2016 die medizinische Erstversorgung einer großen Zahl plötzlich erkrankter Menschen.

Über 100 DRK-Kräfte aus allen Gemeinschaften unterstützten die Vollübung. Das Szenario ging von einer starken Grippewelle aus, die ganz Sachsen erfasst hatte. Übungsziel war es, auch der großen Zahl Neuerkrankter, in einer bereits angespannten Grippelage, eine angemessene medizinische (Erst-)Versorgung zuteilwerden zu lassen. Es wirkten 170 Erkrankten-Darsteller mit .

Unter Leitung der Landesdirektion Sachsen (LDS) führten die Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden der Stadt Chemnitz, der Landkreise Zwickau und Leipzig und die Katastrophenschutzeinheiten des Freistaates Sachsen und des Bundes (gestellt durch diverse Hilfsorganisationen, darunter das DRK Sachsen) sowie weiterer Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) die Katastrophenschutzübung durch. Es waren Kräfte der Hilfsorganisationen, der Landes- und Bundespolizei, der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und der Bundeswehr im Übungseinsatz involviert. Weiter wurden das Städtische Klinikum Chemnitz, das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau und die Sana-Kliniken Leipziger Land in die Übung einbezogen.

Hauptübungsort war das Sportforum Chemnitz im Stadtteil Bernsdorf. Weitere Übungselemente wurden an den von den Landkreisen ausgewählten Einsatzorten in Werdau und Borna absolviert.

Das Szenario der Landeskatastrophenschutzübung 2016 ging von einer starken Grippewelle aus, die ganz Sachsen erfasst hat. Dabei war eine außergewöhnlich hohe Rate schwerer und stationär zu behandelnder Krankheitsverläufe zu verzeichnen. Die Krankenhäuser im Freistaat waren deshalb ausgelastet und arbeiteten bereits seit zwei Wochen am Leistungslimit.

In dieser Situation wurde, laut Szenario, eine Sportveranstaltung im Chemnitzer Sportforum durch das plötzliche und massenhafte Auftreten von Magen-Darm-Infekten gestört. Sportler sind in großer Zahl von Brechdurchfall, verbunden mit Übelkeit, Schwäche und den durch Flüssigkeitsverlust verursachten Kreislaufproblemen geplagt. Die Teams aus den Landkreisen Zwickau und dem Leipziger Land reisen in dieser Situation mit Bussen vorzeitig ab. Auf ihrer Rückreise verschlechtert sich für die meisten der Teilnehmer jedoch der Gesundheitszustand so schnell und so stark, dass die Busse zur Versorgung der Kranken die Rückreise unterbrechen müssen.

Übungsziel war es, unter Beteiligung von Katastrophenschutz-Einheiten und medizinischem Personal in den Krankenhäusern, auch die großen Zahl Neuerkrankter angemessen medizinisch zu versorgen.

Im Sportforum Chemnitz üben die Rettungskräfte und die Technische Einsatzleitung folgende Elemente:

  • Einsatz der Medizinischen Task Force (MTF) der Stadt Chemnitz bei Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes 50 (BHP 50)
  • Medizinische Erstversorgung der Erkrankten im freien Gelände
  • Verbringung von schwerer erkrankten Personen in das Klinikum Chemnitz
  • Aufbau und Betrieb eines Dekontaminierungsplatzes zur Dekontamination von Personen, Fahrzeugen und Geräten

An den Übungsorten in Werdau und Borna werden folgende Elemente geübt:

  • Aufbau des Behandlungsplatzes 50 (BHP 50)
  • Medizinische Erstversorgung der Erkrankten
  • Verbringung der schwerer erkrankten Personen in das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau bzw. in die Sana-Kliniken Leipziger Land in Borna

Die Vollübung stellte den Höhepunkt der Landeskatastrophenschutzübung „AKUT 2016“ dar. Bereits am 27. Oktober hatte der erste Übungsteil in Form einer Stabsrahmenübung stattgefunden. Diese richtete sich ebenfalls an einem akuten Infektionsgeschehen im Freistaat Sachsen aus. Dabei übten die Katastrophenschutzstäbe der Landesdirektion Sachsen, der Stadt Chemnitz sowie der Landkreise Zwickau und Leipzig sowie die Technischen Einsatzleitungen das Zusammenspiel.

1. November 2016 10:57 Uhr. Alter: 294 Tage