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DRK-Wasserwacht wirbt für Absicherung der sächsischen Badegewässer

Eine geglückte Rettung und ein dramatischer Todesfall auf den Leipziger Seenlandschaft machen die Dringlichkeit deutlich.

PRESSEMITTEILUNG

Dresden, 25.05.2016

Tauchunfall am Kulkwitzer See

Die Wasserwacht des DRK-Kreisverbandes Leipzig-Land e.V. war am Samstag, den 25.5.2016, im Rahmen des Promenadenfestes und sächsischen Familientags am Strandabschnitt Markranstädt am Kulkwitzer See im Einsatz. Dabei ereilte die Kameraden ein Hilferuf von der Tauchbasis II am Kulkwitzer See. Eine 31-jährige Frau bekam während eines Tauchganges Panik und leitete einen Notaufstieg aus 15 Meter Wassertiefe ein. Die Wasserretter konnten die verunglückte Taucherin aufnehmen und medizinisch betreuen bis der angeforderte Rettungsdienst vor Ort eintraf. Die junge Frau wurde zur Behandlung in der Druckkammer ins Krankenhaus geflogen. Am stark frequentierten Kulkwitzer See erfolgt nur in den Sommerferien eine tägliche Absicherung durch eine andere Wasserrettungs- organisation.

Tödlicher Badeunfall am Markkleeberger See

Mit Bedauern musste die DRK-Wasserwacht einen tödlichen Badeunfall am Auenhainer Strand des Markkleeberger See am selbigen Wochenende Kenntnis nehmen. Da es am Markkleeberger See, wie an vielen Gewässern im Südraum des Leipziger Neuseenland, keine Badebewachung gibt, zeigt erneut den Handlungsbedarf in dieser Angelegenheit. Die Wasserwacht hatte sich bereits im Jahr 2013 mit dem Betreiber des Sees verständigt und Vorschläge für eine Badebewachung unterbreitet. Leider wurden diese nicht angenommen.

Joachim Weiß, Landesreferent der Wasserwacht, sieht das Problem der mangelnden Absicherung zunehmend in Sachsen: „In den letzten Jahren beobachten wir die Tendenz, dass die Betreiber der Badegewässer in den Ausschreibungen allein auf den Preis und nicht auf die Qualität der Dienstleistung schauen. Im Zweifelsfall, wie im Fall des Cospudener Sees, wo unsere Leipziger Kameraden über Jahre hervorragende Arbeit geleistet haben, wird der Wachtdienst lieber ganz eingespart. Nun ist der stark durch Familien und Jugendliche frequentierte Südstrand seit 2012 komplett unbewacht!“

Hintergrundwissen "Absicherung von Badegewässern"

80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle geschehen in Deutschland an Binnengewässern. Die DRK-Wasserwacht hat den Anspruch an den sächsischen Gewässern eine möglichst hohe Absicherungsquote zu erreichen. Sie ist hierbei jedoch auf den Willen der kommunalen bzw. politischen Entscheidungsträger angewiesen.

Es existiert für Betreiber von Badegewässern keine gesetzliche Pflicht eine Absicherung bzw. Wasserrettung an diesen Gewässern zu gewährleisten. Den sogenannten Wachtverträgen gehen Ausschreibungen voraus, welche neben der Wirtschaftlichkeit auch technische und personelle Ausstattung zum Gegenstand haben. Die DRK-Wasserwacht zahlt aus den vereinbarten Vergütungsleistungen u.a. ihren sehr gut ausgebildeten ehrenamtlichen Wasserettern eine Aufwandsentschädigung in Höhe von wenigen Euro am Tag.

Die DRK-Wasserwacht verfügt über eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit und ist mit rund 5.000 Ehrenamtlichen der stärkste Wasserrettungsdienst Sachsens. An allen Gewässern, an denen die DRK-Wasserwacht mit den privaten oder kommunalen Betreibern einen Wachtvertrag abgeschlossen hat, ist die Wasserwacht mit ihrem ehrenamtlichen Potential zu jeder Zeit in der Lage den Vertrag vollumfänglich zu erfüllen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Fachreferenten Wasserwacht, Joachim Weiss, unter 0173/ 315 09 05.

30. Mai 2016 14:32 Uhr. Alter: 1 Jahre